Meckenbach heute

Die Gemarkung Meckenbach umfasst heute 378 ha, davon sind etwa 220 ha bewaldet und zum größten Teil in Privatbesitz. Das früher sehr landwirtschaftlich geprägte Ortsbild hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Die zum Teil sehr großen landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Ortslage wurden in den vergangenen Jahren fast alle bebaut, so dass die Gemeinde ein Baugebiet ausgewiesen hat, um die Wünsche nach Bauland für die auswärtigen und einheimischen Interessenten zu befriedigen. Denn obwohl verkehrsgünstig gelegen (10 min. zur Autobahn), wohnt man in Meckenbach sehr ruhig. Ab und zu geht es auch mal lauter zu, „schuld“ ist meistens dann ein kleines oder grosses Fest, von denen viele gefeiert werden. Aber ein solcher „Lärm“ wird von einem Meckenbacher nicht als störend empfunden. Im Gegenteil, man wird zum Mitmachen animiert, dann hier lebt ein aufgeschlossenes, gastfreundliches und sangesfrohes Völkchen mit einem ausgesprochenen Sinn für Geselligkeit und Humor.

Unsere Geschichte

Ca. 200 v.ChrLaTène-Zeit,
Hügelgräber/Brandbestattungen in der Gemarkung „Auf dem Bühl in
Sangbösch“. Ein keltischer Weg führt vom Hunnenring am Dankenberg vorbei über den Allengraben Richtung Gölters (der heutigen Landesgrenze) weiter zur Ringanlage Elsenfels, oberhalb der Nahe bei Nohfelden

53 v.Chr.,
Cäsar schlägt den
Trevereraufstand in der Region nieder, der Hunnenring wird aufgegeben, (bei Hermeskeil wird gerade das älteste röm. Heerlager nördlich der Alpen ausgegraben und auf 53 v.Chr datiert)

85 n. Chr.,
Unsere Heimat gehört zur römischen Provinz Germania inferior und wird vom heutige Köln aus verwaltet

Ca. 200,
Ein röm. Weg führt von Birkenfeld über die
Geißgrube, Espenhecken (Höhenweg zwischen Meckenbach und Achtelsbach) Richtung Kastel (röm. Kastell)

496,
Nach dem Sieg der Franken gegen die Alamannen in der Schlacht von Zülpich gehört unser Gebiet endgültig zum Frankenreich

511,
Nach dem Tod des Frankenkönigs Chlodwigs I. wird das Frankenreich aufgeteilt. Das fränkische Teilkönigreich Austrasien, oder auch Austrien genannt, umfasst die Gebiete um Rhein, Mosel und Maas und wird von Reims, später Metz aus regiert. Das eigenständige Teilreich existierte mehr als 200 Jahre bis zur Reichseinigung unter Pippin, dem Vater Karls des Großen.
Das fränkische Reich war in Herzogtümer und diese wiederum in Gaue unterteilt, die durch einen Gaugrafen verwaltet wurden. Herzöge und Gaugrafen wurden als Gefolgsleute durch den König ernannt. Allerdings wurden auch immer mehr Ländereien an die Kirchen verschenkt oder vererbt. Da die geistlichen Landesherren jedoch die „Hohe Gerichtsbarkeit“ (Leib- und Todesstrafen) nicht selbst ausüben durften, mussten sie Verwalter (Vögte) einsetzen oder den Besitz als Lehen an weltliche Fürsten (z.B. Gaugrafen) „weitergeben“. Im Laufe der Zeit „befreiten“ sich diese Verwalter, Lehens- und Gefolgsleute oftmals aus der Abhängigkeit und Oberhoheit ihrer Lehensherren und so entwickelten sich aus ihnen im Laufe der nachfolgen Jahrhunderten die späteren Adelssippen mit Ihren erblichen Besitztümern

634, 30.12.,
Adalgisel Grimo, ein Angehöriger des austrasischen (fränkischen) Adels, er gründete u.a. die Abtei Tholey, v
ermacht in seinem am 30. Dezember 634 aufgesetzten Testament die ganze Gegend dem Bischof von Verdun, bzw. Klöstern, die Verdun unterstanden. Daher hatte der Bischof von Verdun bis zur Reformation das Recht u.a. den Achtelsbacher Pfarrer zu bestimmen.
Das „Grimo-Testament“ ist die älteste bekannte frühmittelalterliche Urkunde zwischen Maas und Rhein. Es gibt wichtige Aufschlüsse über die Siedlungs-, Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte dieses Raumes

843, 10.08.,
Im Vertrag von Verdun wird das Fränkische Reich unter den Enkeln Karls des Großen aufgeteilt. Karl II. der Kahle erhielt das Westfrankenreich, aus dem sich das heutige Frankreich entwickelte und Ludwig II. der Deutsche bekam das Ostfrankenreich, aus dem 962 das Heilige Römische Reich deutscher Nation entstand (das bis 1806 exzitierte). Lothar I. erhielt die Kaiserwürde und regierte das Mittelreich, das deshalb auch Lotharingien genannt wurde. Sein Herrschaftsgebiet, zu dem auch unser Bereich gehörte, reichte von der Nordsee bis nach Mittelitalien

855,
Nach den Tod von Lothar I. wurde sein Mittelreich zunächst aufgeteilt, fiel dann aber mit dem Vertrag von Ribemont (880) fast ganz an das Ostfrankenreich. Damit ging auch die Kaiserwürde dauerhaft auf das Ostfrankenreich über.

1334, 29.06.,
Erste Erwähnung von Meckenbach in einer Urkunde; ein gewisser Kuno aus Birkenfeld gelobt, sein Gut in Meckenbach „zu bessern“.
Meckenbach gehört zur Pflege (Verwaltungsbezirk) Achtelsbach und ist im Besitz der Vögte von Hunolstein

1342, 22.07.,
Das Jahr 1342 begann für viele Menschen verheerend: Nach einem sehr kalten, schneereichen Winter setzte im Februar plötzlich Tauwetter ein. Dann kehrten Frost und Schnee zurück, bevor sich Ende April ein unterkühlter, nasser Frühling einstellte, dessen schlechtes Wetter sich bis in die ersten Wochen des Sommers fortsetzte. Eine kurze Hitzewelle Anfang Juli ließ die oberen Zentimeter des Bodens austrocknen, so dass sie kaum Wasser aufnehmen konnten. Dann brach die Katastrophe los. Etwa vom 19. bis zum 22. Juli zog ein Regengebiet über Deutschland hinweg, das weiten Gebieten große Niederschlagsmengen brachte. In unserem Bereich sollen es mindestens 175 Liter/qm, verteilt über vier Tage, gewesen sein.
Die topographischen Konsequenzen des Hochwassers können heute noch nachgewiesen werden. Vermutlich ist z.B. auch der Grabeneinschnitt „Am Landgraben“, durch den heute unser Wanderpfad von der Geißgrube zur Furt durch den Meckenbach führt, damals entstanden. Die typische Form läßt den Schluss jedenfalls zu.
Den Jahren nach dem Magdalenenhochwasser folgten kalte und nasse Sommer, die in Verbindung mit dem erodierten Boden zu Ernteeinbußen führten. In deren Folge kam es zu massiven Hungersnöten, welche die Auswirkungen der in den Jahren 1346 bis 1353 grassierenden großen europäischen Pestepidemien zusätzlich verschlimmerten. Damals wurde ein Drittel der Bevölkerung in Mitteleuropa ausgelöscht

1480,
Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken erwirbt die Pflege Achtelsbach durch Kauf. Zusammen mit der Schuldheißerei Wolfersweiler bildet die Pflege Achtelsbach das Amt Nohfelden im zweibrückischen Oberamt Lichtenberg.

1533,
Einführung der Reformation im Herzogtum Zweibrücken

1570,
In Meckenbach stehen 6 Häuser

1579,
Der Achtelsbacher Pfarrer vermerkt im Kirchenbuch, dass „mitten im Oktober eine große Kälde gefallen, und die Weintrauben am Stock erfroren“ sind

1588,
Einführung der reformierten (calvinistischen) Lehre im Herzogtum Zweibrücken

1609,
Meckenbach besteht aus 7 Häusern in denen 29 Menschen wohnten, 6 Ehepaare, 12 Kinder, 3 Witwen, 1 Knecht und 1 Magd.
Die Familiennamen waren: Hirt, Lambert, Lang, Melchior, Schmidt und Staudt

1618,
Beginn 30-jähriger Krieg

1635, 24.09.,
Herzog Bernhard
von Weimar flüchtet mit dem protestantisch-französischen Heer, von den kaiserlichen Truppen verfolgt, von Birkenfeld kommend über die „Alte Heerstraße“ Richtung Tholey. Meckenbach bleibt als einzige der umliegenden Ortschaften von Plünderungen verschont

1639,
Meckenbach wird von spanischen Truppen geplündert

1648,
Ende des 30-jährigen Krieges

1763,
Grund und Boden (incl. Wald) werden auf die ortsansässigen Bauern (Gemeinsleute) verteilt und zu Privatbesitz

1790,
In Meckenbach leben 19 Familen

1794,
Das linksrheinische Gebiet wird von Frankreich besetzt, Ende der Leibeigenschaft

1815,
Meckenbach hat 90 Einwohner

1817,
Nach Neuordnung durch den Wiener Kongress kommt Meckenbach mit der Bürgermeisterei Achtelsbach zum Fürstentum Birkenfeld, Landesherr ist der Großherzog von Oldenburg

1832,
115 Menschen wohnen in Meckenbach

1860,
Meckenbach hat 142 Einwohner

1892,
Meckenbach und Achtelsbach errichten ein gemeinsames Schulgebäude in Achtelsbach, nachdem das alte Schulhaus von 1828 zu klein geworden war.

 1896,
Gründung des MGV 1896 Meckenbach

1904,
Gründung einer Dreschgesellschaft mit Achtelsbach, Dambach und Abentheuer

1926,
Strom für Meckenbach

1932,
Zentrale Wasserversorgung
für das Dorf

1952,
Gründung der Dreschgesellschaft Meckenbach

1962,
Nach Ausbau der Kreisstraße 1 sind nun alle Straßen im Ort asphaltiert

1966,
Gründung FFw Meckenbach

1973, 23.11.,
Goldmedaille im Landes-Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“

1992,
Gründung der Jugendfeuerwehr Meckenbach

1993,
Neubau Feuerwehrgerätehaus

1996,
Anlässlich seiner 100-Jahr -Feier erhält der MGV 1896 Meckenbach die Zelter-Plakette

1999,
Kanalisierung und Anschluss an die überörtliche Abwasserbeseitigung

2001,
Bau Gemeindehaus

2004,
2. Platz im kreisinternen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

2005,
Erschließung Neubaugebiet

2006,
Zum 110-jährigen Geburtstag wird der MGV 1896 Meckenbach mit den Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet

2010,
3. Platz im kreisinternen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

2014,
Nach fast einem Jahr Bauzeit geht in unserem „Industriegebiet“ der Windpark „GERES Meckenbach GmbH & Co KG“ ans Netz

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Die alten Hausnamen von Meckenbach und ihre Herkunft

Der Name des Hauses überträgt sich im Regelfall auf die Bewohner, oft auch wenn sie später anderweitig wohnen, z.B. Bretzkarls Leni, auch wenn sie schon mit 20 Jahren aus dem Haus ausgezogen ist.

Schuche (Dorfstr. 2) – verm. Luise Schug (1874-1951), Ehef. von Friedrich Wiesen (1876 – 1939) die gemeinsam das Haus bauten, zur Unterscheidung der „vielen“ Wiesen

Friesfranze (Dorfstr. 10) – Franz Christian Fries (1770 – 1835) erbaute das Haus 1808

Sparies (Casparys) (Dorfstr. 12) – 1774 von Johann Nickel Caspary erbaut, ältestes Haus von Meckenbach

Bretzkarls (Dorfstr. 13) – Karl Britzius (1885 – 1971) baute das Haus nach einem Brand 1933 neu auf. Allerdings hieß sein Vater auch (Johann) Karl Britzius und auf den geht vermutlich der Hausname zurück, denn der nach Traunen verheiratete Bruder von Karl, August, war bis zu seinem Tod als „Bretzkarls Metzger“ bekannt.

Fretze (Dorfstr. 14) – Friedrich Gosert „alt“ (1853-1944) erbaute das Haus

Schummasch (Dorfstr. 15) – Johann Peter Antes (1787 – 1866), der Erbe der 1933 abgebrannten Haushälfte des Hofes Britzius (heute Bretzkarls) war vom Beruf Schuhmacher

Jokobs (Dorfstr. 16) – Jakob Luther (1873 – 1935) erbaute das Haus

Welsche (Birkenstr. 1) – Johannes Welsch (1852 – 1933) kaufte das Haus nach seiner Heirat 1877

Jokobs (Birkenstr. 4) – Karl Luther (1905 – 1970) nahm den Namen seines Elternhauses mit

Schneirasch (Trauntalweg 1) – Nachkommen von Philipp Näher nahmen den Hausnamen beim Kauf der Gastwirtschaft Alt mit

Franze – Seydewitze – Große (Trauntalweg 3) – wie sich ein Hausname im Laufe der Zeit verändern kann, lässt sich hier gut erläutern. Mehr als 130 Jahre war der Erbauer, Franz Christian Antes (1774 – 1851) Namensgeber. Wilhelm Seydewitz kaufte das 1816 errichtete Haus nach dem 2. Weltkrieg, baute es zu einem Betriebsgebäude um und war fortan Namespatron. Nachdem der Künstler Axel C. Gross es mit seiner Frau Gisela Ende der 70’er Jahre erworben und restaurierte, „hört“ das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude auf den Namen „Große“

Altschess (Birkenstr. 10) – ehemaliges (altes) Wohnhaus des Dorfschützen

Schneirasch (Birkenstraße 12) – vermutlich vom Familienname Näher (Philipp Näher, 1844 -1891) hergeleitet

Pitz (Birkenstr. 14) – Peter Wiesen (1816 – 1893) erbaute das Haus

Renne (Am Stäbel 2) – Johannes Renn (*1756) übernahm das Elternhaus seiner Mutter

Matze (Söterner Str. 1) – Wie in vielen Dörfern gab es auch in Meckenbach einen „Großbauern“ unterhalb eines Berges, den Matzenbauer, der gleichzeitig dem ganzen „Berg“ seinen Namen gab, „Matzenberg“

Ferrasch (Söterner Str. 2) – Ludwig Georg (1869 – 1943) war der Vetter von Julius Georg (Renne, 1877 – 1962) und der sagte immer, wenn er „von Ludwig“ sprach, Vettersch, und daraus entwickelte sich dann der jetzige Hausname

Diwwasch/Diwwasch Casparys (Söterner Str. 6) – zur Unterscheidung von Casparys waren das „die von drüben“

Goserts (Söterner Str. 14) – Johann Jakob Gosert (*1749) erbaute das Haus

Dorde (Söterner Str. 16) – Dorothea Barth (1865 – 1953) erbaute zusammen mit ihrem Mann Wilhelm Ruppenthal das Haus und lebte nach dessen Tod lang allein mit den Kindern dort

Duwe (Söterner Str. 13, eigentlich 15, doch beim Umzug wurde der Name mitgenommen in das neue Haus) – vermutlich Abkürzung von „do uwe“ (da oben) zur Unterscheidung dieser Fam.  Näher (Hauserbauer) von den anderen Näher im Dorf

Schetzehous (Söterner Str. 18) – (neues) Haus des Dorfschützen

Lebolds (Söterner Str. 17) – Leopold Stein (1791 – 1843) ist der Namensgeber

Kriasch (Söterner Str. 19) – Karl Krieger (1852 – 1904) erbaute das Haus

Forsche (Söterner Str. 21) – Johann Friedrich Forsch (1783 – 1844) wohnt ab 1816 in Meckenbach

Druweschneirasch/Schneirasch (Söterner Str. 26) – Jakob Näher (1874 – 1962) nahm den Hausnamen mit, ergänzt durch „droben“ zur Unterscheidung

Zusammengestellt von Stefan Bill
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